Die DIGITALL-Pyramide für die digitale Transformation

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Sobald Unternehmen über die Notwendigkeit zur Digitalisierung als Selbstzweck hinausdenken, kann die digitale Transformation völlig neue Geschäftschancen eröffnen.

Tl;dr: Die DIGITALL-Pyramide für die digitale Transformation priorisiert die Digitalisierungsstrategie von Unternehmen nach Prioritäten. Erst muss eine Basis aus Infrastruktur, digitalisierten Prozessen sowie Datenmanagement und Sicherheit gewährleistet sein, um im nächsten Schritt die Unternehmenskultur zu verändern und das Business zu transformieren.  

Inhalt: 

1. Die Bedürfnispyramide der digitalen Transformation 

2. Ihre Unternehmenskultur formt Ihre Zukunft

Warum wollen Unternehmen sich digitalisieren? Für viele geht es darum, Ressourcen einzusparen, indem sie Prozesse optimieren. Andere müssen digitale Kanäle für ihre Stakeholder anbieten, um dem Wettbewerb standzuhalten. Oft erwächst der Plan, das eigene Unternehmen zu transformieren, aus einem konkreten Bedarf heraus.

Während der Pandemie mussten beispielsweise zahlreiche Unternehmen mit stationären Läden auf digitale Kanäle wechseln. Mitarbeitende mussten plötzlich die richtigen Plattformen haben, um von zu Hause aus zu arbeiten. Und der Verlust vieler Lieferketten hat ein Licht auf fehlende Transparenz der Produktions- und Liefermodelle geworfen.

Aber was, wenn Sie Ihre Digitalisierungsprojekte gestartet und die dringendsten Änderungen umgewandelt haben? Was, wenn Ihre Daten nach Compliance- und rechtlichen Regeln gesichert wurden, wenn Ihre Prozesse automatisiert wurden und sowohl Ihre Kund:innen- als auch Ihre internen Kanäle digitalisiert wurden?

Ihre digitale Transformation ist damit noch lange nicht beendet.

Die Bedürfnis-Pyramide der digitalen Transformation 

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Vielleicht haben Sie bereits von der Maslow-Pyramide der Bedürfnisse gehört. Sie wurde vom amerikanischen Psychologen Abraham Maslow entwickelt und stellt simplifiziert dar, dass manche Bedürfnisse wichtiger als andere sind und zwar so sehr, dass sie erst erfüllt werden müssen, bevor an andere überhaupt zu denken ist.

Zwar hat die Pyramide ihre Schwächen (wer hat nicht schon mal hungrig weitergearbeitet), dennoch ist sie eine hilfreiche Visualisierung bestimmter Bedürfnishierarchien. Eine Person, die sich mit schrecklichen Kopfschmerzen plagt, wird wohl eher nicht die vielen Nuancen einer Oper genießen können.

So eine Pyramide eignet sich daher auch sehr gut, um zu zeigen, welche Bedürfnisse bei der Digitalisierung eines Unternehmens wichtiger als andere sind und welches Ziel erreicht werden kann, wenn diese Bedürfnisse erfüllt sind.

Pyramide (von unten nach oben) Digitalisierung: Infrastruktur, Daten & Security, Workflows & UX Zwischenthema: Unternehmenskultur Digitale Transformation: Neue Business-Modelle, Digitales Ökosystem

Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, dass die Pyramide aus zwei Bereichen besteht: Digitalisierung und digitale Transformation (oder auch DIGITALL Transformation). Oft werden diese beiden Begriffe synonym genutzt, doch Paul Leinwand und Mahadeva Matt Mani erläutern, dass Digitalisierung "Unternehmen dazu befähigt, ihr Geschäft normal weiterzuführen und sich 'über Wasser zu halten'." Die digitale Transformation hat hingegen zum Ziel, "langfristige, wettbewerbsstarke Vorteile zu entwickeln, die zum Erfolg führen."

*HBR, 2021

Die Digitalisierung stellt also sicher, dass das Unternehmen überleben kann, grundlegende Bedürfnisse deckt und Anforderungen erfüllt.


Finden Sie heraus, wie das Pharma-Unternehmen Engelhard sein altes CRM gewechselt, seine Daten erfolgreich aufbereitet und migriert sowie seine Umsysteme verknüpft hat, um seine Digitalisierung voranzubringen. 

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Die digitale Transformation basiert derweil auf der Digitalisierung und zwar nicht nur, um ein Geschäft am Leben zu erhalten, sondern es weiter zu entwickeln. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass dies nur dann gelingt, wenn die grundlegenden digitalen Bedürfnisse eines Unternehmens erfüllt sind. Genau deshalb kämpfen so viele Unternehmen mit der digitalen Transformation, da sie quasi das Pferd von hinten aufzäumen. Anstatt erst ein digitales Datenmanagement einzurichten und Arbeitsplätze und Prozesse zu digitalisieren sowie zu verknüpfen, soll das Unternehmen unmittelbar transformiert werden.

Das ist so, als wenn man campen geht, ohne die richtige Ausrüstung zu haben.

Darüber hinaus fehlt oft eine Transformation der Unternehmenskultur, ohne die ein echter Wechsel kaum möglich ist. Man kann den kulturellen Aspekt quasi als Schwelle vom digitalen zum digital transformiertem Business verstehen.

Ihre Unternehmenskultur formt Ihre Zukunft

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Um Ihr Unternehmen zu transformieren, muss sich Ihre Kultur mit verändern. Ob dies nun die interne Organisation und Kommunikation, Ihre Werte, Ihr Kundenverständnis oder Ihre Beziehungen betrifft der digitale Wandel umfasst auch Ihre Kultur. Aber Kultur wird nicht einfach vom Management vorgegeben und implementiert sich dann wie von selbst.

Courtney Chapman, Product Manager Rubicon Project erklärt, dass

"Unternehmenskultur ist das Ergebnis der Werte, Erwartungen und Umgebung eines Unternehmens."

Ich habe dieses Zitat spezifisch gewählt und nicht die vielen anderen, die sich zu sehr auf das Management konzentrieren und dass der CEO allein die Kultur bestimmt, denn ich bin fest davon überzeugt, dass dies nicht realistisch ist.

Jede Unternehmenskultur wird vom höheren Management beeinflusst, darüber muss nicht gestritten werden. Doch Kultur lebt auch und wird von jeder einzelnen Person im Unternehmen und in dessen Umgebung (Partner, Kund:innen, Dienstleister) beeinflusst. So wie eine Gärtnerin entscheiden kann, welche Blumen sie sähen möchte, liegt es am Ende an den Blumen, ob diese auch wachsen wollen. Mehr noch, das Wetter, die Erde, die Bienen und Hummeln und vieles mehr beeinflussen diesen Wachstum.

Leadership kann zwar eine Kultur formen, aber sie nicht vollständig kontrollieren.

Kultur besteht nicht nur aus Werten und Regeln. Sie braucht auch eine Umgebung, in der diese Regeln und Werte auch gelebt werden können. Wenn Sie beispielsweise Work-Life-Balance als Wert identifizieren, dann müssen Sie natürlich auch Optionen für flexible Arbeitsmodelle anbieten. Wenn Sie Diversität pflegen wollen, dann müssen Sie vielfältiger einstellen und Wege finden, marginalisierte Personen in Ihrem Unternehmen zu unterstützen.

Als Führungskraft sind Sie in der Verantwortung die Werte, die Sie sich für Ihr Unternehmen wünschen, auch zu stärken. Zusätzlich müssen Sie auch auf Ihre Mitarbeitenden, Kunden, Partner und Co hören und Sie am Wachstumsprozess der Unternehmenskultur teilhaben lassen.

Kurzum:

  1. Digitalisieren Sie die Grundlagen (Data Management, Prozesse, Kanäle)
  2. Entwickeln Sie Werte und stärken Sie Ihre Mitarbeitenden, diese Werte zu leben
  3. Transformieren Sie Ihr Business

Ganz einfach, oder?


DIGITALL unterstützt Ihre digitale Transformation mit jahrelanger Industrieerfahrung, Best Practices und marktführenden Technologiepartnern. Unsere Expert:innen sind von der Evaluation über die Implementierung bis zur Optimierung digitaler Technologien und Prozesse an Ihrer Seite. 

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von Juliane Waack

Juliane Waack ist Editor in Chief bei DIGITALL und schreibt über die digitale Transformation, Megatrends und warum eine gesunde Kultur die Basis für jedes erfolgreiche Unternehmen ist.

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